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Mit Punkt und Komma

Bitte denkt daran

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Fuchs und Muffins

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IMG_0690 aufgeklebt (19.02.15)

 

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IMG_0677  weggewischt (16.02.15)

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Plakatkunst

Neben eines Porträts des sowjetischen Dichters Wladimir Wladimirowitsch Majakowski setzt das dreiteilige Plakat „Mayakovsky 120“ von Dmitry Mirilenko, das anlässlich der 24. Internationalen Poster-Biennale im Juni 2014 Bronze erzielt hat, fast ausschließlich auf Satzzeichen:

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„Ausrangierte Kommas“

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Was diese Fotos (aufgenommen in einem Einkaufszentrum) zeigen, beschreibt Axel Hacke schön plastisch in seinem Beitrag aus dem SZ-Magazin 10/2014. Er befasst sich darin mit der Frage, ob man auf Kommas verzichten könne, und vertritt die These, dass gleichzeitig mit dem Verschwinden der Kommas immer mehr überflüssige Apostrophe gesetzt werden:

Übrigens gibt es eine weitere globale Sprachentwicklung: den Verlust des Kommas. Auf Twitter, WhatsApp und in SMS-Nachrichten war das Komma nie en vogue, aber wer heute Schulaufsätze liest, weiß um ein Komma-Sterben großen Ausmaßes, befördert durch eine Rechtschreibreform, die an Stellen, wo das Komma einst verpflichtend gesetzt werden musste, seine Nutzung nun ins Belieben des Autors stellt. Ob das Komma das nächste Jahrhundert noch erleben wird?

(…) 

Außerdem fällt ja auf: Je weniger Kommata gesetzt werden, desto mehr Apostrophe erscheinen. Leser W. schickte dem Wortstoffhof, was er am Kiosk eines Münchner Krankenhauses gelesen hatte: »Warme Leberkä’s Semmel«. Banken boten ein »Konto für’s Leben« an, in der Schweiz gibt es Bier namens »Wädenswiler Ur-Pil’s«.

H’ä?  

Ja, mit dem Komma verhält es sich wie mit der Plastiktüte: Ist es einmal in der Welt, verschwindet es nicht mehr, und wird es unten nicht mehr verwendet, hüpft es nach oben. Wie alter Kunststoffmüll sinnlos durch die Weltmeere treibt, so verseuchen ungenutzte Kommata unsere Sprache. Es wird alles ganz schrecklich, ohne Komma.

Zitat aus: Axel Hacke: Das Beste aus aller Welt. sz-magazin.sueddeutsche.de (10/2014)

 

Auch Bastian Sick äußert sich zu dem überflüssigen Apostroph auf einer Plakatwand-Werbung für ein „Axe“-Körperpflegeprodukt („FÜR’S HAAR“) folgendermaßen:

‚“FÜRS HAAR“ ist optisch ausgewogener und hätte dem Plakat mehr Ästhetik verliehen als die von einem Häkchen durchbohrte Version.‘

Zitat aus: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bastian-sick-zwiebelfisch-werbung-mit-spliss-a-833372.html

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Frische Komma-Fundstücke

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Wiederholung

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Rosel’s Blumenladen?

In dem Buch „Hier ist Spaß gratiniert“ von Bastian Sick (aus dem Jahr 2010) habe ich (jetzt erst) erfahren, dass der Duden einen Apostroph beim Genitiv-s bei Personennamen „heute zulässt“. Als ich nachgeschlagen habe, steht da, dass „zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens“ ein Apostroph vor dem Genitiv-s „gelegentlich gebraucht“ wird (Duden, 24. Auflage, K 16), was man aber „normalerweise“ sonst nicht macht. Normal ist das also (glücklicherweise) noch nicht. Nur bei „Andrea‘s Grillbude“ könnte ich einen Apostroph ansatzweise nachvollziehen. Aber auch hier wird es deutlich genug, dass man den männlichen Namen meint, wenn man den Apostroph ans Ende setzt, also „Andreas‘ Grillbude“ schreibt. (31.7.14)

 

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Fundsachen: Richtige, schöne und richtig schöne Kommas und Apostrophe

IMG_0528  Plakatwerbung (Dezember 2013),

IMG_0266   Ausstellung in Venedig (Juni 2014),

Komma  Kalligrafie-Kommas von Andrea Wunderlich (Juni 2014),

 

 

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Die folgenden Wochen

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Das Tagebuch

Diese Idee schlummert schon lange in mir. Schon von Berufs wegen habe ich den Rotstift im Auge und deshalb gibt es mir bei Fehlern in Texten jedes Mal einen Stich – vor allem in den Texten, die für die Öffentlichkeit gedacht sind und die nur aus wenigen Wörtern bestehen.

Tafeln vor Gaststätten zum Beispiel, die auf Veranstaltungen oder besondere Speisen hinweisen, müssten ja eigentlich richtig geschrieben sein.

Wenn dafür dann auch noch jemand beauftragt wurde, ein Schild oder ein Plakat zu drucken, frage ich mich, ob denn niemand in der Kette des Produktionsprozesses in der Lage war, die Fehler zu erkennen, den Auftraggeber anzurufen und zu fragen, ob das wirklich so gedruckt werden soll.

Ich ziehe also los, um fremde Fehler auszubessern.

Der Anfang: Die ersten zwei Wochen

1. Tag: Stiche

Gerade jetzt im Frühling gibt es in Städten viel zu entdecken. Ganz leicht habe ich vor einem Lokal im Vorbeigehen ein überflüssiges Komma auf einer Tafel weggewischt, die mit Kreide beschrieben wurde. Und schon geht es mir besser. (Bamberg, 21.05.13)

 2. Tag: Oberlehrerin? 

Natürlich könnte ich die Pächter der Gaststätte auch einfach fragen, ob ich ausbessern darf. Aber das ist mir etwas zu viel Aufwand. Da stehe ich ja dann da wie eine Oberlehrerin. Und belehren will ich nicht.

 3. Tag: Nötige Utensilien

Wieder habe ich etwas entdeckt, dieses Mal ein kopiertes Blatt auf einer Tafel. Da bräuchte ich jetzt ein Tipp-Ex für ein überflüssiges Komma und einen schwarzen Stift für eine fehlende Wortendung. Ich muss mir ein Täschchen mit den wichtigsten Utensilien zurechtmachen. Und auch die Kamera muss jetzt immer mit.

4. Tag: Verkleidung?

Und was ist, wenn ich zu oft an einem „Objekt“ tätig werde? Es darf niemand misstrauisch werden, gerade, wenn es heller Tag ist, weil ich ja „undercover“ arbeite. Da sollte ich mir überlegen, ob ich meinen Typ nicht jedes Mal ein klein wenig verändere. Das gefällt mir ja noch mehr!

 5. Tag: Cindy Sherman?

Dazu fällt mir Cindy Sherman ein, die sich ja auch so oft neu inszeniert in ihren Werken. Aber naja, so weit bin ich noch nicht.

6. Tag: Warten

Nun formuliere ich also meine Ziele, entwerfe einen Blog und warte mit gepacktem Köfferchen, Sonnenbrille und Kamera auf meinen Einsatz.

 7. Tag: Diebische Freude!

Endlich aktiv geworden! Mir fiel gleich ein fehlendes Komma auf einer Tafel auf, die auf ein Schlemmerbuffet hinwies, recht aufwendig gestaltet und auch überwiegend richtig geschrieben war. Mein Handwerkszeug hatte ich dabei, aber die Kreide lag noch zu Hause auf meinem Schreibtisch. Wie schön wäre das gewesen, mit einer nassen Kreide das Komma zu ergänzen! So habe ich eben eines aus Tesa-Krepp geschnitten und an die richtige Stelle geklebt. Nur in Rosarot hatte ich gar nichts dabei – für den fehlenden Bindestrich der Live-Musik. (Bad Steben, 27.05.13)

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Mein Spontankomma hat mich aber nachdenken lassen: Was, wenn ich etwas falsch ausbessere? Der Satz „Alles was neigeht“ ist ja auch ohne Komma schon bedenklich, aber als fränkische Variante von „All you can eat“ durchaus denkbar. Ich sehe ihn als verkürztes Satzgefüge an, das eigentlich lauten müsste: „Für 13,90 Euro können Sie alles essen, was in Sie hineingeht.“ Das Wort was bezieht sich auf das Akkusativobjekt alles und leitet hier einen Relativsatz ein, der vom Hauptsatz durch ein Komma abgetrennt wird. Deshalb auch in dem verkürzten fränkischen Satz „Alles, was neigeht“ ein Komma.

 8. Tag: Schöner ohne?

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Heute stellt sich mir die Frage, ob ein Wort mit einem Fehler nicht doch besser wirkt als ein ausgebessertes: Was der Schreiber bei den „Margeriten” vor einem Blumenladen im Kopf hatte, lässt sich nur vermuten. Das Wort ohne das zweite t sieht aber nicht mehr gut aus und lässt andere auch nicht mehr über diesen Tippfehler nachdenken. So etwas sollte ich vermeiden: Soll ich jetzt nur noch Wörter bearbeiten, bei denen die Verbesserung danach nicht auffällt? (Kulmbach, 28.05.13)

 9. Tag: Margeritten gefallen mir besser!

Am liebsten würde ich meine Verbesserung wieder rückgängig machen, denn die „Margeritten“ lassen viel mehr Interpretationsspielraum zu – man denkt dabei an reiten – ritt – geritten, bitten, litten, an Fritten, Schnitten, Sitten oder Ähnliches. Und was gibt das nun kahle „Margerit en“ her? Gar nichts. Also nichts wie wieder hin und Klebestreifen wieder abziehen!

 10. Tag: Falsch, aber schön?

Das mit den Kulmbacher „Margerit en“ muss ich erst noch erledigen; Heute war ich in Bayreuth. Interessehalber habe ich vor dem dortigen Blumenladen der gleichen Kette nach den Margeriten geguckt. Hier gab es kein laminiertes Schild, aber einen beschreibbaren Stecker mit einem Wort, das sich als „Margarete“ lesen lässt.

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Hier hätte ich durchaus das Täfelchen neu beschriften können, was mir aber zu lange gedauert hätte und zu auffällig gewesen wäre. Da wäre ich ohne Handtasche und mit einer Schürze besser angezogen gewesen. Zumindest Passanten wäre es nicht gleich aufgefallen, dass ich gar nicht zu dem Laden gehöre. Sonst hätte man vermuten können, dass ich vielleicht die Preisangabe ändern will. Wer kommt schon auf die Idee, dass mir nur daran liegt, das Wort richtig zu schreiben?

Zwei Plakate an Ladentüren sind mir aber aufgefallen:

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Auch hier wieder die Erkenntnis, dass bei „GIBTS“ zwar einmal ein Apostroph und bei „INTERNET WIE DU ES WILLST.“ (lesbar als „DAS IST INTERNET, WIE DU ES WILLST.“) einmal ein Komma gefehlt hat, dass es aber bei diesen dicken Buchstaben und diesem blockartigen Layout gut aussieht, wie es ist. Am Komma habe ich mich versucht, es aber zu lang gemacht. In einem Café sitzend hatte ich mir erst einmal überlegt, wie ein zu dieser Schrift passendes Komma eigentlich aussehen muss. Das Aufkleben hat mir dann schon wieder viel Spaß gemacht. Aber wie gesagt, ohne oder mit kürzerem Komma sieht bzw. sähe das Schriftbild besser aus. (Bayreuth, 29.05.13)

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Am besten, ich fertige mir schon zu Hause Kommas in verschiedenen Größen und Stilen an, die ich dann bei Bedarf nur abziehen und aufkleben muss.

 11. Tag: Kommas

Wie unterschiedlich Kommas aussehen können, kann man ansatzweise an meiner Kommaseite sehen. Heute habe ich also erst einmal Kommas geübt. Komma-Design wäre ja schon ein Thema für sich.

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Auch interessant: Die Entstehung des Kommas aus Virgeln, Trennstrichen in älteren Texten, um 1500 herum.

Sehen Apostrophe eigentlich immer genauso wie Kommas aus, nur andersherum?

12. Tag: Integrativ

Heute war ich bei einem integrativen Fest, wo es Kaffee und Kuchen gab. Vielleicht hätte ich auch dort einiges zum Verbessern entdeckt. Was aber, wenn der beste Rechtschreiber der Werkstatt für Behinderte auf einer Tafel sein Bestes gegeben hätte und ich dann dort ausbessere? Das wäre undenkbar. (Kulmbach/Melkendorf, 30.05.13)

 13. Tag: Cafe ruft nach Akzent

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Wanderung zu einem Café. Nur: Überall im Ort und je einmal an fünf Fenstern findet sich dieses Wort Cafe, das nach einem accent aigu ruft. Aber soll ich es so oft ausbessern oder nur einmal exemplarisch? An der Fensterscheibe würde es mir am besten gefallen, am Schild an der Straße wäre es am unauffälligsten anzubringen. (Veitlahm, 31.05.13)

 14. Tag: Nasse Margeritten

Heute also zurück zu meinen Margeritten. Das Schild ist noch genauso wie vor einigen Tagen, aber durch den ständigen Regen ist der Klebestreifen nass und aufgeweicht. Es gelingt mir auf die Schnelle nur, das Papier abzuziehen, der Kleber haftet noch immer auf der laminierten Oberfläche des Schilds. (Kulmbach, 01.06.13)

Ich stelle Überlegungen zum Cafe-Akzent an. Ich will eine schöne Ergänzung schaffen. Aber: Wie groß muss meine sein? Welche Form soll mein Accent haben, damit er auch zur Schrift passt? Einen wasserfesten roten Stift habe ich noch nicht, mit dem ich meinen weißen Aufkleber anmalen kann. Aber es geht ja auch Acrylfarbe. Ein roter Aufkleber wäre aber am besten. Einen passenden grünen Schattenrand könnte ich ja mit einem Stift ergänzen…

 

 

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Fragen und Gedanken

Grenzen

Das „Scannen“ der Umgebung ist recht anstrengend, aber lohnend. Da stellt sich mir auch die Frage, wie weit ich gehen soll. Wo ist meine Grenze? Die Speisekarte im italienischen Lokal würde sicher Einiges zum Überarbeiten hergeben, aber daran ändere ich nichts, weil die Inhaber ja meist keine deutschen Muttersprachler sind. Das wäre unfair. Sollte aber eine Tafel vor dem Lokal stehen, könnte ich mir schon vorstellen, eine kleine Änderung vorzunehmen.

Apsotrophe

Andere Objekte sind schwer zu erreichen: die Leuchtreklame über dem Schaufenster von Rosel‘s Blumenstube zum Beispiel. Dafür bräuchte ich ja eine Leiter. Zu auffällig? Andere Apostrophe passen auch gut zum Schriftzug, rein optisch, da sollte man auch nichts ändern, finde ich. Und meist gehören sie ja gewissermaßen schon zum Logo, wo wahrscheinlich Stempel und Briefköpfe des Geschäfts genauso aussehen.

Tape-Art

Meine kleinen Aktionen ließen sich der Tape-Art-Richtung zuordnen, wenn auch im Kleinen. Oder der Guerilla-Art, was aber so radikal revolutionär klingt – viel zu derb und zu hart für meine zarten Verbesserungen.

Mitstreiter

Gibt es auch andere, die dasselbe praktizieren wie ich? Wie nennen die ihre Kunstrichtung? Wo sind sie?

 Gesetz?

Ist das erlaubt, was ich mache? Ich verändere, fotografiere und veröffentliche ja Teile von Texten anderer Leute…